Von 24. Juni an werden in Klagenfurt 14 Autorinnen und Autoren aus Österreich, Deutschland und der Schweiz unter anderem um den Ingeborg-Bachmann-Preis lesen. Abgesehen von den sicherlich wieder abwechslungsreichen Texten gibt es bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur 2026 auch zwei Jubiläen zu feiern.
Jedes Jahr Ende Juni kommen Literaturbegeisterte in Klagenfurt zusammen, wo die Tage der deutschsprachigen Literatur („Bachmannpreis“) begangen werden. Beim Wettlesen präsentieren die Autorinnen und Autoren ihre Texte, die dann bei den anschließenden Jurydiskussionen analysiert und pointiert kommentiert werden. Im Rahmen der fünftägigen Veranstaltung werden fünf Preise vergeben. Darunter auch der prestigeträchtige Ingeborg-Bachmann-Preis.
Die Veranstaltung findet heuer zum 50. Mal statt und ihre Patronin Ingeborg Bachmann würde ihren 100. Geburtstag feiern – also ein besonderes Jubiläumsjahr, das 2026 gefeiert wird. Alle, die nicht vor Ort sein können, können alle Programmpunkte auch im Livestream im ORF mitverfolgen.
Wir freuen uns jedenfalls schon auf eine „Überdosis“ Literatur und haben für euch als Appetithappen drei Bücher von teilnehmenden Autorinnen ausgewählt, um euch die Wartezeit zu verkürzen. Wenn ihr lieber Bücher von anderen Teilnehmer*innen kaufen möchtet, dann sagt Bescheid. Wir besorgen gern auch die Titel eurer Favoritinnen und Favoriten für euch!
In unserer Auswahl findet ihr zum Beispiel das neue Buch von Magdalena Schrefel mit dem Titel „Das Blaue vom Himmel“. Darin steht der Himmel kurz davor, sich zu entfärben und mit ihm werden auch alle Meere und Flüsse verblassen, das heißt, das Blau wird vom „blauen Planeten“ verschwinden. Das alles, weil die Wissenschaft eine Möglichkeit gefunden hat, die Erde abzukühlen. Dafür sollen im Rahmen einer globalen Geoengineering-Maßnahme Schwefelpartikel in die Stratosphäre geschossen werden, die dann das Sonnenlicht anders brechen. Daher die Entfärbung. Hannah arbeitet an einer Ausstellung mit, die das Blau für die Nachwelt erhalten soll. Im Rahmen von Interviews stellt sie unterschiedlichen Menschen immer die gleiche Frage: „Kannst du das Blaue beschreiben?“. Dabei taucht sie immer tiefer in die Erinnerungen der anderen ein. Bei der Ausstellungseröffnung treffen sich alle wieder, auch Hannahs Vater ist dabei und hat eine ganz eigene Geschichte mitgebracht, über die Hannah und er bisher nie gesprochen haben.
Lena Schätte erzählt in ihrem Buch „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ über das Aufwachsen in sogenannten einfachen Verhältnissen. Einfach ist natürlich gar nichts daran, aber zumindest hält Mottes Familie zusammen, wenn es drauf ankommt. Ansonsten ist es kompliziert. Motte hat eigentlich zwei Väter, den einen, der cool ist, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort einfallen lässt. Und den anderen, den besoffenen. Auch sie selbst kommt früh mit Alkohol in Kontakt und trinkt schon als junge Frau mehr als gesund ist. Oft übernachtet sie im Stiegenhaus, weil sie den Schlüssel nicht mehr ins Schloss bekommt. Nur ihr Bruder schaut regelmäßig nach ihr. Eines Tages bekommt ihr Vater die Diagnose „Krebs im Endstadium“. Und Motte beginnt nach einem Weg zu suchen, sich zu verabschieden: Von ihrem Vater und vom Alkohol.
Die dritte im Bunde ist Seraina Kobler mit ihrem Roman „Tal der Schwalben“. Darin geht es um die Energiekrise und wie ihr die Schweiz in einer nahen Zukunft entkommen möchte. Die Städte sind mittlerweile zu einer einzigen großen „Metropolitane“ zusammengewachsen, die Alpen werden zum Sperrgebiet für die Stromerzeugung erklärt. Der junge Forscher Alesch kehrt in das Dorf seiner Kindheit zurück, wo sich im Schatten eines schwindenden Gletschers seltsame Wetterphänomene häufen. Alesch ist hin- und hergerissen zwischen der unberührten Natur der Berge, seiner Jugendliebe Annetta und seiner revolutionären aber brandgefährlichen Forschung. Er meint, die Lösung für die Energiekrise gefunden zu haben, verstrickt sich aber mehr und mehr im Netz einer allmächtigen und rücksichtslosen Stromlobby. Und die Dörfler*innen sind auch wehrhafter, als zu vermuten war.
Alles drei also spannende Themen und Geschichten. Kommt vorbei, schmökert rein und vielleicht ist ja genau das Richtige für euch dabei!
- Magdalena Schrefel
Das Blaue vom Himmel
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Suhrkamp Verlag (zur Verlags-Website) - Lena Schätte
Das Schwarz an den Händen meines Vaters
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S. Fischer Verlag (zur Verlags-Website) - Seraina Kobler
Tal der Schwalben
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Diogenes Verlag (zur Verlags-Website)