Eigentlich sollte im April der neue James Bond-Film in die Kinos kommen. Darin schlüpft Daniel Craig zum letzten Mal in die Rolle des berühmten Geheimagenten. Daraus wird jetzt ja nichts, das Erscheinen wurde auf November verschoben (aller Voraussicht nach). Als Bond-Fans möchten wir die Wartezeit natürlich sinnvoll verbringen und greifen uns den Roman aus dem Regal, in dessen Verfilmung Daniel Craig seinen ersten Auftritt als James Bond hatte, nämlich „Casino Royale“.

Bücher und ihre Verfilmungen sind so eine Sache. Selten stellt sich Zufriedenheit ein, wenn man beides kennt: Entweder sah in der eigenen Phantasie alles besser aus, als später auf der Leinwand oder die starken Bilder des Films hemmen die eigene Vorstellungskraft soweit, dass das Buch danach farblos wirkt. Am besten also, man versucht den jeweils anderen Part auszublenden und geht möglichst unvoreingenommen an die Sache heran.

Dank der klassischen James Bond-Verfilmungen mit den diversen wunderbaren Darstellern ist es eher unmöglich, kein Bild von diesem eleganten britischen Geheimagenten im Kopf zu haben, wenn man das Buch aufschlägt. Wir haben es mal mit einer Mischung aus allen Lieblingsdarstellern probiert, was ganz gut funktioniert hat. Die Handlung deckt sich im Wesentlichen mit jener des Films, wobei in einigen Punkten dann doch nicht, was im Buch die Spannung aufrechterhält, auch wenn man den Film kennt. Ansonsten: Geheimagent jagt Bösewicht, trifft schöne Frau, wird beinahe getötet, verliert Frau, rettet Frau und erledigt schließlich den Bösewicht. Nein, mehr passiert auch im Buch nicht und es geht auch nicht tiefsinniger zu, als in den Filmen. Einfach gute, solide Unterhaltung im Agentenmilieu.

„Casino Royale“ war Ian Flemings erster Roman über den britischen Geheimagenten James Bond. Es sollten noch 11 weitere Romane und 9 Kurzgeschichten mit ihm folgen.

„Die Erzählungen beruhen zu 90% auf wahren Gegebenheiten und eigenen Erlebnissen“,

behauptete Fleming, der auch selbst als Spion tätig war.

In einer Verfilmung von Agatha Christies „Miss Marple“ – nein, keine von den kultigen mit Margaret Rutherford – erfahren wir, wie Bond zu seinem Namen kam: In „Agatha Christie’s Marple“ trifft in der Episode „Karibische Affäre“ („A Caribbean Mystery“) Miss Marple auf einen gewissen Ian Fleming, der gerade ein Buch über einen Spion schreibt, aber noch keinen passenden Namen für den Protagonisten gefunden hat. Gemeinsam besuchen sie im karibischen Ferienressort den Vortrag eines bekannten Ornithologen, der über sein Buch über die „Vögel der Antillen“ referiert. Und wie stellt sich der Mann vor: Mein Name ist Bond, James Bond. Großartig!

Den Ornithologen James Bond und sein Buch gab es übrigens tatsächlich und Fleming war selbst ein begeisterter Vogelbeobachter. Eine gelungene Mischung aus Fakt und Fiktion!

Ian Fleming
James Bond 007, Band 1: Casino Royale
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Cross Cult Verlag (zur Verlags-Website)

Ian Fleming
James Bond Classics 01: Casino Royale
Graphic Novel

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Ian Fleming
Casino Royale
Random House UK Ltd (zur Verlags-Website)

James Bond
Birds of the West Indies a Guide to the Species of Birds That Inhabit the Greater Antilles, Lesser Antilles and Bahama Islands
ISHI PR