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Die O-Töne 2026 lassen von sich hören

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Ein Highlight des Sommers für alle Literaturbegeisterten steht vor der Tür. Am 9. Juli startet das O-Töne Literaturfest im MuseumsQuartier Wien. Acht Wochen lang gibt es dort jeden Donnerstag Abend Lesungen unter freiem Himmel zu hören. Da lässt sich die Hitze gleich leichter ertragen.

Das O-Töne Literaturfest ist längst eine fixe Größe im sommerlichen Veranstaltungsreigen. Von 9. Juli bis 27. August gehört die Sommerbühne im Wiener Museumsquartier jeden Donnerstag der österreichischen Literatur. Pro Veranstaltungsabend liest eine prominente Autorin / ein prominenter Autor aus ihrem / seinem aktuellen Buch vor. Außerdem präsentiert sich ein Nachwuchstalent mit ihrem / seinem Debütroman.

Auch in diesem Jahr haben Daniela Strigl und Klaus Kastberger wieder eine hochkarätige Programmauswahl getroffen. Norbert Gstrein, Birgit Birnbacher, Josef Winkler und Eva Menasse werden dabei sein, um nur einige bekannte Namen zu nennen. Die Themen reichen von Herkunft und Familie über die Folgen von Krieg und Gewalt bis zur Wiener Unterwelt und der Suche nach der perfekten Sprache.

Wir haben auf unserem Buchtisch wieder einen eigenen Platz für das O-Töne Literaturfest reserviert, wo die Bücher des diesjährigen Programms zu finden sind. Im Juli sind zum Beispiel folgende Autor*innen auf der MQ Sommerbühne zu hören:

In „Heim holen“, dem Debütroman von Katherina Braschel, stellt sich die Hauptfigur Lina ihrer Familiengeschichte. Sie entstammt einer Gemeinschaft von Donauschwaben, die sich nach Flucht und Vertreibung in Salzburg angesiedelt hat. Lina ist ein Kind der 1990er Jahre, doch ihr familiäres Umfeld ist sehr traditionell, beinahe wie aus der Zeit gefallen. Als sie eines Tages von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie die überlieferte Opfererzählung der Familie zu hinterfragen. Ihre Suche nach Antworten führt sie schließlich bis nach Belgrad. Ein zart erzähltes, starkes Debüt.

David Vajda erzählt in „Diamanten“ die Geschichte einer exzentrischen Familie aus Ex-Jugoslawien. Mačak – Kater – nennt der Vater seine vier erwachsenen Kinder, wahlweise auch seine Diamanten oder einfach Trotteln, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Die Familie ist mittlerweile über die ganze Welt verstreut, doch egal wo sie sich trifft, niemand findet die richtigen Worte für die Trauer, die der Tod der Mutter mit sich gebracht hat und für die Lücke, die nicht zu stopfen ist. Lieber flüchten sich alle Beteiligten in den Sarkasmus und ins Groteske. Egal, ob bei der opulenten Hochzeit des Onkels in Griechenland oder beim Besuch von Titos Grab in Belgrad. Eine tragikomische Geschichte zum Schmunzeln und Nachdenken.

Die Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher wird aus ihrem neuen Buch „Sie wollen uns erzählen“ vorlesen. Darin schreibt sie über Oz, der ADHS hat und sich deshalb schwer tut in der Schule. Am letzten Tag vor den Sommerferien passiert ihm in der Schule eine schlimme Sache. Mit dem Brief der Lehrerin in der Tasche wünscht er sich auf dem Heimweg zumindest eine kleine Katastrophe, die die Mutter vom Schreiben der Lehrerin ablenken soll. Und diese Katastrophe passiert dann wirklich, weil die Zilly-Oma verschwindet. So müssen sich Mutter und Sohn in die Berge aufmachen, um die Oma zu suchen, was die beiden rasch an ihre Grenzen stoßen lässt. Ein fesselnder und gefühlvoller Roman vom Über-sich-hinauswachsen gegen alle Zuschreibungen von außen.

Am 30. Juli schließlich steht noch Elias Hirschl mit „Schleifen“ auf dem Programm. Es ist die Lebensgeschichte von Franziska Denk, die als Kind an einer seltsamen Krankheit leidet: Wenn sie von einem Symptom hört oder liest, bekommt sie die Krankheit sofort. Als junge Frau findet sie im Mathematiker Otto Mandl einen Seelenverwandten. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der perfekten Sprache und loten dabei die Grenzen des Denk- und Sagbaren neu aus. Ein Feuerwerk an kreativen Einfällen und ein großer Lesespaß über den Einfluss von Sprache auf unser Leben.

Wie es im August bei den O-Tönen weitergeht, erfahrt ihr rechtzeitig hier.

Und wieder mal sind wir überrascht, wie schnell die Zeit vergeht. Vier Wochen O-Töne liegen hinter uns. Am 6. August startet die 2. Halbzeit des Literaturfests im Museumsquartier Wien. Sarah Wipauer nimmt uns in ihrem Debütroman „Fehlende Gespenster“ gleich mal mit in die Wiener Unterwelt. Schwer zu sagen, welche von den Geschichten, die Merian ihren abenteuerlustigen Besucher*innen über das stillgelegte Tunnelsystem unter der Stadt erzählt, wahr ist. Fest steht nur, dass nicht alle wieder aus dem unterirdischen Labyrinth herausfinden werden.

Hans-Joachim Gögl präsentiert sein Debüt am 13. August. „Vatertag“ erzählt eine spannende Vater-Sohn-Geschichte über zwei sehr unterschiedliche Lebensentwürfe. Der Vater ist eindeutig der Genießertyp, immer darauf bedacht, genug Zeit für ausgedehnte Spaziergänge und den Plausch mit Kollegen zu finden. Der Sohn leitet eine Designagentur. Viel zu hektisch und fremdgesteuert, ist sich der Vater sicher. Als der Vater stirbt, entschließt sich der Sohn dazu, das Leben des Vaters „auszuprobieren“, immer montags, mittwochs und freitags. Ist die Lebenskunst des Vaters vielleicht doch der Schlüssel zu einem glücklicheren Dasein?

An den letzten beiden Terminen werden auf der Sommerbühne dann noch die Neuerscheinungen von zwei Publikumslieblingen präsentiert. Am 20. August liest Eva Menasse aus „Alleinruhelage“ vor. In ihrem neuen Buch steht die Protagonistin nach dem Ende ihrer Ehe allein mit ihrem Wochenendhaus und überhaupt ihrem ganzen Leben da. Welche Abenteuer und Absonderlichkeiten sie bei den ausufernden Renovierungsarbeiten erlebt, ist hinreißend. Welche neuen Bekanntschaften und Freundschaften sie schließt und welche Erfahrungen sie mit boshaften Schrebergärtnern macht, ist absolut lesenswert.

Zum krönenden Abschluss am 27. August wird dann Paulus Hochgatterer auf der Bühne sein. Sein neues Buch heißt „Mio und die Unsterblichkeit“ und verhandelt gewohnt unaufgeregt wieder ganz große Lebensthemen. Ingemar, 16 Jahre alt, leidet an einer schweren Krankheit. Vielleicht denkt er aus diesem Grund viel über Leben und Tod nach. Als sein Sparringpartner fungiert ein alter Mann, schon über neunzig Jahre alt. Plötzlich taucht eine schwarze Katze auf, die das Leben von Ingemars Familie ganz schön durcheinanderwirbelt. Als die Dinge mehr und mehr aus dem Ruder laufen, stellt sich die Frage, ob doch etwas dran ist, an dem Märchen von den sieben Leben einer Katze. Viel Spaß noch mit dem hochkarätigen Programm der O-Töne!