Eva Lüdi Kong hat den epochalen chinesischen Roman „Die Reise in den Westen“ erstmals ins Deutsche übersetzt und dafür den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten.

„Die Reise in den Westen“ ist einer der vier klassischen Romane Chinas. Den realen Hintergrund bildet die Indienreise eines jungen buddhistischen Priesters im 7. Jahrhundert, deren Geschichte von Generation zu Generation weitererzählt wurde. In seiner heutigen Fassung ist der Roman etwa 400 Jahre alt.

Darin schickt der Kaiser vier Pilger auf den gefahrvollen Weg in den Westen, um Buddha zu huldigen und heilige Schriften nach China zu holen. Der Priester Tripitaka und seine Begleiter – Affenkönig Sun Wukong, Eber Bajie und der furchterregende Sandmönch – müssen auf ihrer Reise unzählige Abenteuer bestehen: Räuber, Ungeheuer und Dämonen besiegen, Königstöchter befreien und Wettkämpfe gewinnen. Diese Geschichte(n) kennt in China jedes Kind, auch in den Nachbarländern ist der Roman ziemlich populär. Es existieren zahlreiche (Kinder-)Bücher, Comics, Computerspiele, Filme und TV-Serien, die das Thema bis heute aufgreifen.

Bisher lag der umfangreiche Roman nur in kleinen Teilen übersetzt vor. Die Schweizerin Eva Lüdi Kong, die 25 Jahre in China lebte und als Übersetzerin, Dolmetscherin und Universitätsdozentin arbeitet, hat sich dem Mammutprojekt gestellt und „Die Reise in den Westen“ in mehr als 10-jähriger Arbeit erstmals vollständig ins Deutsche übertragen. Dabei hat sie für das klassische Werk eine moderne, lebendige Sprache gefunden. Bei der Leipziger Buchmesse 2017 wurde Eva Lüdi Kong dafür mit dem Preis in der Kategorie Übersetzung ausgezeichnet.

Eva Lüdi Kong
Die Reise in den Westen
Verlag Reclam