Interessante Kombination! Welcher Zusammenhang besteht wohl zwischen den Werken der großen österreichischen Literatin und den neu erschienenen Büchern der Krimiautoren Wolfgang Jezek und Erwin Riess?

Die Schriftstellerin Christine Lavant wurde 1915 als neuntes Kind einer Bergarbeiterfamilie in Kärnten geboren. Wegen ihrer seit frühester Kindheit angeschlagenen Gesundheit, musste sie ihre Schulausbildung früh abbrechen. Den Familienunterhalt bestritt sie jahrzehntelang als Strickerin.

Die ersten Veröffentlichungen ihrer Erzählungen und Gedichte erfolgten ab 1948 allesamt in deutschen Verlagen. Aufgrund von Devisen- und Handelsbeschränkungen fanden nur wenige ihrer Bücher zeitverzögert den Weg zurück nach Österreich, wo sie ausschließlich in kleinem Kreis zirkulierten. Dass es in Österreich zunächst kaum öffentliche Resonanz auf ihr Werk gab, war Christine Lavant nicht unrecht. Sie fürchtete gerade in der Heimat Kärnten eine Aufdeckung ihres Pseudonyms.

In den Jahren 1954 und 1964 wurde Christine Lavant mit dem Georg-Trakl-Preis ausgezeichnet, 1970 erhielt sie – drei Jahre vor ihrem Tod – den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Der Wallstein Verlag hat zwischen 2012 und 2016 drei Erzählungen von Christine Lavant neu herausgegeben, nämlich

  • Das Wechselbälgchen (2012)
  • Das Kind (2015) und
  • Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus (2016), in dem sie ihren sechswöchigen Aufenthalt in der „Landes-Irrenanstalt“ Klagenfurt verarbeitet.

Der Wiener Autor Wolfgang Jezek ist ein großer Fan der Arbeiten von Christine Lavant und hat unter anderem eine Lebensbeschreibung der Schriftstellerin verfasst. Seine Recherchen sind auch in seinen Krimi „Rachemond“ (Gmeiner Verlag) eingeflossen. Darin ereignet sich in einem Verein, der Christine Lavant verehrt, ein seltsamer Todesfall. Eine Wiener Journalistin wird nach Kärnten geschickt, um Licht in die Sache zu bringen. Von der Gestalt der Dichterin Lavant scheint ein Fluch auszugehen.

Erwin Riess schließlich lässt auch einen Wiener in Kärnten ermitteln: Der rollstuhlfahrende Privatdetektiv Herr Groll muss in „Herr Groll im Schatten der Karawanken“, erschienen im Haymon Verlag, den Mord an einem Freund aufklären. Dabei entdeckt er einen Wirtschaftsskandal, der bis in die Kärntner Oberschicht hineinreicht.