Wieder einmal haben sich Planet Buch und Mimi Mandl zusammengetan, um die schönste Auslage zu gestalten, für alle, die bei uns in der Schleifmühlgasse vorbeirauschen. Das Thema ist unschwer zu erkennen: Grün!

Obwohl es in letzter Zeit so einiges gibt, über das wir uns „grün und blau ärgern“ müssen, bleibt Grün doch allemal die Farbe des Lebens und des Wachstums, der Frische und Natürlichkeit sowie auch der Hoffnung und der Zuversicht: Bald wird wieder alles „im grünen Bereich“ sein!

„Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen!“

singt Eliza Doolittle im Musical „My Fair Lady“ für uns.

Na dann nichts wie raus in die Natur, das ganze Grün ist ja auch total beruhigend für die Augen. Und weil Spaniens Blüten momentan noch unerreichbar sind, nehmen wir einfach die Natur vor der Haustür mal genauer unter die Lupe.

In ihrem Buch „Geheime Pfade“ begeben sich Gabriele Hasmann und Charlotte Schwarz auf die Suche nach versteckten Innenhöfen und malerischen Gassln in Wien. Sie nehmen uns mit in Durchhäuser, die den Wissenden als Schleichwege und Abkürzungen dienen. In den verwinkelten Gässchen, die zum Teil schon im Mittelalter begangen wurden, gibt es auch grüne Kleinode zu entdecken. Also los und rein in die unbekannte Stadt!

Oskar Aichinger hingegen geht mit uns an die Peripherie: Gemeinsam erkunden wir in „Fast hätt ich die Stadt verlassen“ die Ränder der Großstadt, wo die Wiener Berge beginnen. Diese sind zwar für zum Beispiel Tiroler nicht als Berge zu erkennen, sondern gehen allerhöchstens als Hügelchen durch. Aber wir Flachländerinnen können uns einfach nicht satt sehen an ihnen! Dann rauf auf den Leopoldsberg (Stichwort „Steiler Nasenweg“, ein echter konditioneller Härtetest) und den Bisamberg und den Schafberg und, und, und.

Wer die Stadtränder gerne lückenlos unter die Lupe nehmen möchte, dem empfehlen wir den „rundumadum“-Wanderweg der Stadt Wien. Das ist eine 120 Kilometer lange Rundwanderung um Wien, geteilt in 24 handliche und leicht zu bewältigende Etappen. Die Wege sind gut ausgeschildert und es gibt landschaftlich und architektonisch viel Interessantes zu entdecken.

Wer mit Wandern und Flanieren eher nichts am Hut hat, kann sich beispielsweise auch mit dem Buch „Wien zum Verweilen“ irgendwo niederlassen und mit Geschichten bekannter Schriftstellerinnen und Schriftsteller die Stadt bereisen. Ralf Nestmeyer hat dafür Erzählungen, Romanauszüge und Gedichte von Ingeborg Bachmann, Stefan Zweig, Robert Seethaler und anderen zusammengestellt. Wobei: Das Büchlein hat ein so angenehmes Format, das in jede (Hosen-)Tasche passt. Vielleicht also doch jeweils vor Ort lesen?

Wir haben noch einige grüne Bücher mehr herausgelegt. Eines davon ist „Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin“ von Matthias Zschokke. Das Buch hat ein wunderbar grünes Cover, auf dem eine weiße Eselsilhouette abgebildet ist. Grün-Weiß ist sowieso immer gut und Esel sind so wahnsinnig kluge und einfühlsame Tiere. Das nur als Erklärung, damit sich beim Lesen niemand fragen muss, was die Handlung eigentlich mit Grün zu tun hat. Obwohl, vielleicht ist ja der Held irgendwie auch ein grüner Junge, der die Welt immer wieder entdecken muss? Das tut er jedenfalls auf seinen Spaziergängen durch Berlin. Aber was nützt das seiner Mutter, seinem Freund und einem Opossum, die alle nicht mehr leben wollen?

Erwähnen möchten wir auch noch „Giovannis Zimmer“ von James Baldwin (zart grau-grünes Cover!), das seit kurzem in einer Neuübersetzung von Miriam Mandelkow vorliegt. Mandelkow hat zuvor schon seine Bücher „Von dieser Welt“, „Beale Street Blues“ (das auch verfilmt wurde) und „Nach der Flut das Feuer“ neu übersetzt. „Giovannis Zimmer“ gilt heute als der bekannteste Roman von James Baldwin und ist – wie seine anderen Bücher – sehr kraftvoll und intensiv. Wieder bricht Baldwin damit ein Tabu, nämlich indem er als schwarzer Autor über die homosexuelle Liebe zweier weißer Männer schreibt. Wir sind der Meinung: Baldwin ist immer ein Erlebnis.

Und nicht vergessen: „Grün ist die Hoffnung“ wusste T.C. Boyle schon 1984. Ein frustrierter Alt-Hippie versucht durch illegalen Marihuanaanbau in Nordkalifornien reich zu werden. Ein Werk nicht nur für Gras-Liebhaber…

Gabriele Hasmann / Charlotte Schwarz
Geheime Pfade
Durchhäuser, Hinterhöfe und versteckte Gassln in Wien

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Falter Verlag

Oskar Aichinger
Fast hätt ich die Stadt verlassen
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Ralf Nestmeyer (Herausgeber)
Wien zum Verweilen
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Matthias Zschokke
Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin
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James Baldwin
Giovannis Zimmer
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T.C. Boyle
Grün ist die Hoffnung
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