Am 15. Jänner 2020 wurde die Bühnenfassung von David Schalkos Roman „Schwere Knochen“ am Wiener Volkstheater uraufgeführt. Die Geschichte über Aufstieg und Fall des Unterweltkönigs Ferdinand Krutzler ist eine unbedingte Leseempfehlung wert.

Schon bei seiner Geburt ist Ferdinand Krutzler ein ordentliches „Bröckerl“, es heißt, er hätte damals schon 6 Kilogramm gewogen. Ein Schwergewicht wird er sein Leben lang bleiben. Seine Karriere als Kleinganove startet im Wien der 30er Jahre, wo er gemeinsam mit seinen Freunden die Einbruchsmasche der „Erdberger Spedition“ perfektioniert. Der 2. Weltkrieg und der Dienst als Kapo im Konzentrationslager schleifen Krutzler erst recht zu einem Verbrecherdiamanten. Nach dem Krieg spielt die Krutzler-Bande bei den großen Jungs mit und übernimmt nach und nach die Wiener Unterwelt. Erfordert es die Sache, wird mit größter Brutalität vorgegangen, Vorsatz lässt sich dem Krutzler dabei nie nachweisen: Er wird am laufenden Band freigesprochen, er ist eben der Notwehrspezialist. Aber die Zeiten ändern sich und Krutzlers Stellung gerät ins Wanken…

David Schalko ist als Autor und Regisseur von Kultserien, wie „Braunschlag“ und „Altes Geld“ oder „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ bekannt geworden. Für seinen Roman „Schwere Knochen“ hat er sich von wahren Begebenheiten und Charakteren inspirieren lassen. Sein schwarzer Humor und sein bildhafter Erzählstil treiben die Geschichte fesselnd voran. Mit viel Lokalkolorit und scharf gezeichneten Charakteren lässt er das Wien der Nachkriegsjahre wiederauferstehen und bietet damit ein Gesellschaftspanorama aus Sicht des organisierten Verbrechens. Ein großes und dabei sehr unterhaltsames österreichisches Verbrecherepos.

Das Volkstheater zeigt „Schwere Knochen“ übrigens noch bis 23. April 2020.

David Schalko
Schwere Knochen
Kiepenheuer & Witsch