In der Wienbibliothek im Rathaus wird der spannendste Wien-Krimi des Jahres gekürt. Am 19. September wird die Gewinnerin oder der Gewinner im Rahmen eines Festaktes bekannt gegeben.

Leo Perutz war ein österreichischer Schriftsteller, der für seine spannend erzählten Romane geschätzt wurde. In seinen Arbeiten, die sich meist mit den Schicksalen Einzelner beschäftigen, finden sich immer auch feine Ironie und phantastische Elemente wieder.

Wegen dieser Kombination aus Spannung und literarischem Anspruch steht Perutz Pate für den alljährlich in Wien vergebenen Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur. Die Kulturabteilung der Stadt Wien und der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels stiften den Preis, mit dem Krimis ausgezeichnet werden, die innovativen Charakter und Wien-Bezug aufweisen. Unterstützt werden sie dabei von der Bestattung Wien – einfach eine großartige Paarung, vermutlich ganz im Perutz’schen Sinn!

Heuer wurden von einer sechsköpfigen Jury wieder fünf Titel als Anwärter auf den Preis nominiert, die bei uns für Sie bereitstehen:

In Albert Franks „Tod vor dem Steffl“ reißen genetisch mutierte Riesentauben Polizeibeamte aus ihrer Lethargie. Eine skurrile Idee, dazu noch spannend und wunderbar komisch umgesetzt.

„Falsches Licht“ von David Krems erzählt von einer folgenreichen ménage à trois. Er spinnt ein dichtes Gewebe aus Liebe, Verrat und Geheimnissen. Ein beachtenswerter Debütroman.

Fritz Lehner, der uns schon mit den Serienmorden in „Seestadt“ das Fürchten gelehrt hat, ist mit seinem neuen Roman „Nitro“ am Start. Hochspannung in der Welt der Graffiti-Künstler am Donaukanal.

Beate Maxian schickt ihre sympathische Ermittlerin, die Journalistin Sarah Pauli, in „Tod in der Kaisergruft“ in ihr nächstes Abenteuer. Eine tödlich endende Geiselnahme wirft darin einige Fragen auf.

In „Die Frau im roten Mantel“ von Günter Neuwirth geht es nochmal an den Wiener Donaukanal, wo ein Polizeiinspektor in rätselhafte Geschehnisse rund um eine Unbekannte verwickelt wird.

Welches Buch ist Ihr Favorit?

Und weil in diesem Jahr der Donaukanal eine so prominente Rolle einnimmt, hier noch ein Buchtipp zu dieser Stadtlandschaft:

Der Folio Verlag hat mit „Donaukanal – Eine Hommage“ einen liebevoll gestalteten Bildband mit Fotos von Peter Hetzmannseder und Texten unter anderem von Karl Kraus, Heimito von Doderer und H.C. Artmann herausgegeben. Hetzmannseder porträtiert darin den Lebensraum Donaukanal anhand der verschiedenen Menschen, die ihn nutzen. Eine außergewöhnliche Präsentation eines immer noch unterschätzen Erholungsraumes mitten in der Stadt.