Fritz Lehner hat im September den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2018 erhalten. Sein Roman „Nitro“ überzeugte die Jury unter anderem mit einer eigenwilligen Sprachgewalt und der Detailgenauigkeit seiner Stadtbeschreibungen.

Lehner hat das Kino- und Fernsehpublikum schon als Regisseur von Filmen, wie „Das Dorf an der Grenze“ und „Jedermanns Fest“ begeistert. Leserinnen und Leser erinnern sich gern an seinen fesselnden Thriller „Seestadt“ aus dem Jahr 2016. Nun konnte er mit seinem neuen Krimi „Nitro“ den Leo-Perutz-Preis ergattern, mit dem Krimis ausgezeichnet werden, die literarischen Anspruch und Wienbezug haben.

Die Geschichte von „Nitro“ ist spannend bis zur letzten Seite. Die Erzählung lässt uns genügend Raum, um Verdacht zu schöpfen, wobei man bis zuletzt nicht glauben mag, was sich da so gelungen im Verlauf des Buches abzeichnet. Fritz Lehner ist ein brillanter Beobachter von Menschen und Räumen. Die Schauplätze sind beinahe fotografisch dargestellt und für Wiens Bewohnerinnen und Bewohner leicht wiederzuerkennen. Wir bekommen ein Bild der Stadt jenseits aller Kitsch-Klischees serviert. Die Beschreibungen menschlicher Regungen und Stimmungen wirkt in ihrer Punktgenauigkeit ziemlich beunruhigend. Die Leserinnen und Leser werden damit rasch in eine abgründige Innen- und Außenwelt hineingezogen. Und gestorben wird auch, brutal und grauslich.

Kurz gesagt: „Nitro“ ist fesselnde und irritierende Krimi-Unterhaltung!

Fritz Lehner
Nitro
Seifert Verlag