Esther Kinsky lädt uns in ihrem Roman „Hain“ in ein winterliches Italien abseits der bekannten Touristenattraktionen ein. Die Erkundungen des äußeren Terrains erschließen dabei Schritt für Schritt auch die Innenwelt der Reisenden.

Eine Frau bricht nach Italien auf und verbringt dort mehrere Wochen in den Hügeln rund um Rom und der Lagunenlandschaft in der Poebene. Es ist Winter, vor kurzem hat sie einen ihr nahe stehenden Menschen verloren. In poetischer Sprache schildert die Reisende ihre Eindrücke, Begegnungen und Gedanken beim Erkunden der Umgebung und zeichnet faszinierende Bilder einzigartiger Licht- und Farbstimmungen. Das äußere Terrain wird zum Spiegel ihrer Seelenwelt: Unbekannte Gegenden, wie erstarrt in der Kälte der Jahreszeit, eröffnen plötzlich Einblicke in ihre ganz eigene Schönheit. Die Trauer über die Hinterbliebenenschaft lässt nach und nach tröstliche Erinnerungen zu.

„Hain“ ist ein fesselndes Buch, zum Teil melancholisch, aber immer lebensbejahend und zukunftsorientiert. In jedem Menschen liegt große Stärke.

Esther Kinsky ist mit diesem Roman eine der Nominierten in der Rubrik Belletristik  für den Preis der Leipziger Buchmesse, die heuer von 15.-18. März stattfindet.

Esther Kinsky
Hain
Suhrkamp Verlag