Es ist wieder soweit: Am 6. Oktober wird der beste Wien-Krimi des Jahres mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Momentan sind noch fünf Autorinnen und Autoren mit ihren hervorragenden Werken im Rennen um die Auszeichnung.

Regionalkrimis gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und es ist gar nicht so leicht, diejenigen herauszufiltern, die mit literarischem Anspruch, außergewöhnlichen Charakteren und ungewöhnlichen Geschichten punkten können. Gut, dass der Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur hier Jahr für Jahr kompetent Hilfestellung gibt und die besten Krimis mit Wien-Bezug auszeichnet.

Welche/r der Nominierten den Preis letztlich erhält, entscheidet sich am 6. Oktober im Rahmen der Kriminacht im Wiener Kaffeehaus. Aber, um ehrlich zu sein, kommt es darauf gar nicht soooooo sehr an, denn alle fünf nominierten Bücher haben es faustdick hinter den Ohren. Jedes von ihnen ist ein Gustostückerl für Fans lokaler Krimikost. Überzeugt Euch selbst!

Da ist zum Beispiel etwas für MusikliebhaberInnen dabei, nämlich Johann Allachers Titel „Wiener Blues“. Allacher, selbst Musiker, schickt darin wieder Erki Neubauer, den ewigen Studenten, ins Rennen. Wer denkt, dass Erki bei einem Praktikum bei einem Radiosender garantiert nicht in Schwierigkeiten geraten kann, irrt. Dabei möchte er nur einen vergessenen Song aus den Siebzigern wiederauferstehen lassen. Und schon nimmt das Unheil seinen Lauf.

Elfriede „El“ Awadalla, Quizkönigin, Dialektautorin, Poetry-Slammerin und Widerstandskämpferin, hat mit „Zu viele Putzfrauen“ ihr Krimidebüt veröffentlicht. In einem Ottakringer Mietshaus geschieht ein Raubmord. Der Gärtner kann es nicht gewesen sein, also muss die serbische Putzfrau Dragica herhalten. Gut, dass einige Bekannte von Dragica und die Nachbarschaft der Ermordeten der Polizei bei den Ermittlungen auf die Finger schauen. Die Mundartexpertin trifft punktgenau in die schwarze Seele des grantigen Wien.

Auch von „Blumenhändlerin“ Carolin vom Wiener Zentralfriedhof gibt es Neues zu lesen. Ursula Poznanski, die viele als erfolgreiche Jugendbuchautorin kennen, kann auch Spannungsliteratur für Erwachsene sehr gut. In „Vanitas – Grau wie Asche“ schickt sie Carolin in ihr zweites Abenteuer: Was hat es mit den Grabschändungen am Zentralfriedhof auf sich? Und ist der Mann, der täglich in die Blumenhandlung kommt tatsächlich nur an ihrer Kollegin interessiert oder weiß er über Carolins Vergangenheit Bescheid?

Alle „Lemming“-Fans werden es schon wissen: Stefan Slupetzky ist mit seinem neuen Buch „Im Netz des Lemming“ ebenfalls für den Leo-Perutz-Preis 2020 nominiert. Was steckt hinter dem tragischen Selbstmord von Mario, einem Freund von Lemmings Sohn Ben? World Wide Web und „soziale“ Medien spinnen rasch ein Netz von Intrigen, Dirty Campaigning und Fake News, in dem sich Leopold „Lemming“ Wallisch und Chefinspektor Polivka verstricken. Ein böses Lesevergnügen!

Für alle, die gerne historische Krimis mit Lokalkolorit lesen, bietet Bastian Zach mit „Donaumelodien – Praterblut“ eine spannende Geschichte. Im Jahr 1876 gerät der Geisterfotograf Hieronymus Holstein unter Mordverdacht und muss innerhalb weniger Tage seine Unschuld beweisen. Die Spuren führen in die skurrile Welt des Wiener Wurstelpraters und in die feine Wiener Gesellschaft. Bald schon ist es schwer, Freund und Feind zu unterscheiden und die Schlinge um Hieronymus‘ Hals wird enger.

Tja, da fällt die Wahl schwer… Am besten, Ihr lest sie alle! Noch mehr Tipps zum Thema „Krimis“ bietet die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „BÜCHER magazin“ (Heft 05/2020). Darin findet ihr ein 28-seitiges „Krimi Spezial“ – Von wiederentdeckten Klassikern bis zum True-Crime-Trend.

Johann Allacher
Wiener Blues
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Emons Verlag (zur Verlags-Website)

El Awadalla
Zu viele Putzfrauen
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Milena Verlag (zur Verlags-Website)

Ursula Poznanski
Vanitas – Grau wie Asche
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Verlag Droemer Knaur (zur Verlags-Website)

Stefan Slupetzky
Im Netz des Lemming
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Haymon Verlag (zur Verlags-Website)

Bastian Zach
Donaumelodien – Praterblut
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Gmeiner Verlag (zur Verlags-Website)

BÜCHER magazin
Ausgabe 05/2020

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