Volha Hapeyeva gewinnt den wortmeldungen-literaturpreis 2022
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Volha Hapeyeva gewinnt den wortmeldungen-literaturpreis 2022

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Die Gewinnerin des diesjährigen wortmeldungen-literaturpreises heißt Volha Hapeyeva. Die aus Belarus stammende Autorin und Übersetzerin beschäftigt sich in ihrem eindringlichen Text mit der Kraft der Sprache und ihrer Rolle bei der Ausübung von staatlicher Macht und Gewalt.

Volha Hapeyeva lebt aufgrund der Ereignisse in ihrem Heimatland Belarus seit 2020 im deutschen und österreichischen Exil. Ihr preisgekröntes Essay trägt den Titel „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ und beschäftigt sich mit dem Gebrauch und Missbrauch von Sprache in staatlichen Systemen. Die Autorin zeigt in ihrem Text, wie Diktaturen ihre eigene Sprache etablieren und ein System schaffen, in dem Worte buchstäblich töten können.

Gleichzeitig führt Hapeyeva den Leser*innen vor Augen, dass wir mit Sprache aber auch ein mächtiges Instrument gegen autoritäre Machtstrukturen in der Hand haben. Nicht zuletzt deshalb versuchen Diktaturen Kunst, Literatur und Poesie zu unterdrücken: Sie sind Mitteln des kritischen Denkens und können ihnen deshalb gefährlich werden.

Starke Worte und ein Plädoyer dafür, angesichts von Krieg und Unterdrückung, Entmenschlichung und Entwurzelung nicht den Mund zu halten.

Der wortmeldungen-literaturpreis wurde 2022 zum fünften Mal vergeben. Ausgezeichnet werden kritische Kurztexte, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Missständen beschäftigen und darauf abzielen, den gesellschaftlichen Diskurs zu erweitern. Die Preisverleihung findet im Juni 2022 in Frankfurt statt.

Auf der Website zum wortmeldungen-literaturpreis stehen die Texte aller Nominierten 2022 zum Download bereit. Unbedingt reinschauen, es zahlt sich aus!