Die Europäische Union hat 2009 einen Literaturpreis ins Leben gerufen. Die Auszeichnung spiegelt die Vielfalt der gegenwärtigen europäischen Literaturszene wider und trägt zur Verbreitung der Bücher über die Landesgrenzen hinaus bei.

Der Literaturpreis der Europäischen Union wird aus dem „Creative Europe“-Programm finanziert, an dem derzeit 41 Staaten beteiligt sind. Die Vergabe erfolgt nach dem Rotationsprinzip. Ein Zyklus dauert drei Jahre, in jedem Jahr werden die Preise in jeweils anderen 12 Ländern vergeben. Die nominierten Autorinnen und Autoren müssen zumindest schon zwei, maximal fünf Bücher veröffentlicht haben. Das ausgezeichnete Buch darf vor nicht länger als fünf Jahren erschienen sein.

Im Jahr 2019 wurde unter anderem auch in Österreich einer dieser Europäischen Literaturpreise vergeben. Die Gewinnerin ist Laura Freudenthaler mit ihrem 2019 erschienenen zweiten Roman „Geistergeschichte“.

Darin entwickelt sich das Sabbatical der Pianistin Anne ganz anders als erwartet. Eigentlich wollte sie sich ganz auf ihr Klavierspiel konzentrieren und ein Lehrbuch schreiben. Stattdessen streift sie tagsüber durch die Stadt und zeichnet in der Nacht ihre Beobachtungen in einem Notizheft auf. Nach und nach stellt Anne alles in Frage, was ihr in ihrem Leben bisher als Gewissheit erschienen ist. Auch die Beziehung zu Thomas, der sich mehr und mehr von Anne zu entfernen scheint. So als würde sie nur noch mit einem Geist zusammenleben…

Die Preisverleihung findet am 2. Oktober in Brüssel statt.

Der Preiseregen für Laura Freudenthaler könnte danach noch weitergehen: „Geistergeschichte“ ist auch für den Literaturpreis Alpha 2019 nominiert. Der von den Büchereien Wien und den Casinos Austria initiierte Preis wird am 30. Oktober vergeben.