Die in der Ukraine geborene und in Wien lebende Autorin Tanja Maljartschuk hat den Bachmannpreis 2018 gewonnen. Ihr Text „Frösche im Meer“ hat die Wettbewerbsjury mehrheitlich überzeugt.

Flucht, prekäre Lebensverhältnisse in der Illegalität, Alter, Vergessen und glattgebürstete Natur in der Stadt – das sind die Zutaten für Maljartschuks einfühlsame, aber nicht mitleidshaschende Geschichte. Ein als sogenanntes U-Boot lebender Mann beginnt sich um eine altersdemente Frau zu kümmern, als sie aufhört ihre traditionellen Runden durch den Park zu drehen, den er pflegt. Dies bleibt dem argwöhnischen Umfeld nicht verborgen.

Bov Bjerg, der breiten Öffentlichkeit durch seinen Roman „Auerhaus“ und die Geschichtensammlung „Die Modernisierung meiner Mutter“ bekannt, konnte die Jury mit seinem Text „Serpentinen“ über eine Vater-Sohn-Beziehung überzeugen und hat dafür den Deutschlandfunkpreis erhalten.

Die Schweizerin Anna Stern hat im dritten Wahlgang mit ihrer Geschichte „Warten auf Ava“ den 3sat-Preis erhalten. Am Krankenbett einer nach einem Unfall im Koma liegenden Schwangeren denken Freunde und Bekannte über die Wertigkeiten ihres Lebens nach.

Vier Wahlgänge hat es gebraucht bis Özlem Özgul Dündar den KELAG-Preis mit nach Hause nehmen konnte. Ihr Text „und ich brenne“ über vier Mütter, die jede aus der Ich-Perspektive erzählen, wird schon allein dadurch zur Herausforderung, dass er ohne Großbuchstaben und Satzzeichen auskommt.

Raphaela Edelbauer, die einzige Teilnehmerin aus Österreich, wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Ihre Geschichte „Das Loch“ handelt von einem Ort, in dem ein aufgelassenes Bergwerk zur Stabilisierung des Untergrunds aufgefüllt wird. Im 2. Weltkrieg sollen dort Kriegsverbrechen vertuscht worden sein. Was unter den Teppich gekehrt wurde, drängt durch den Plan zur Verfüllung an die Oberfläche. Vielleicht taucht das Thema in Edelbauers erstem Roman wieder auf, der 2019 erscheinen soll.

Alle Texte gibt es zum Nachlesen im Internet unter bachmannpreis.orf.at